Wunderbares Weinland Franken

Vor einigen Tagen fuhren wir etwas spazieren, um dem Trubel in der Stadt, dem Stress und diesen Gedanken die nur noch um die Arbeit kreisen, für wenige Stunden zu entkommen. Ich wollte irgendwohin wo wenig Menschen sind und die Stille regiert. Nach kurzer Überlegung bot sich unserer nähere Umgebung eigentlich geradezu dafür an. Also los, alle rein ins Auto und raus aufs Land. Ich freute mich riesig darüber, die seltene gemeinsame Zeit zusammen mit meiner Frau und meinem Hund verbringen zu können.

Zum Glück kenne ich sie gut genug, die schönen Nebensträßchen im Schweinfurter Kreis sowie den angrenzenden Landkreisen. Wir fuhren also auf geheimen Schleichwegen und winzigen Verbindungssträßchen, von Schweinfurt in den Raum „VOLKACH“. Schon alleine die Fahrt durch die herbstliche Landschaft war sehr schön und sehr unterhaltsam. Je versteckter und schmaler die Sträßchen, desto aufregender die Landschaft.

Wir setzten später in der Ortschaft „FAHR“ mit einer Fähre über dem Main um. Es ist für mich immer wieder ein Erlebnis, auf der kleinen altertümlichen Mainfähre über dem Main zu schippern. Wenn auch leider nur ein kurzes und nicht ganz billiges Vergnügen, dass wir uns aber gerne mehrmals im Jahr gönnen. Irgendwie ist es schön diese uralte Technik noch nutzen zu können und dabei dem stampfen des Motors und dem ächzen der Planken, Schrauben, Stahlplatten und Stahlseile zu lauschen.

Auf der anderen Mainseite angekommen, setzten wir unsere beschauliche Fahrt entlang den Ufern des Maines fort und gelangten schließlich in das kleine Örtchen „UNTEREISENHEIM“. Dies ist ein typischer kleiner fränkischer Weinort, in dem die Zeit irgendwie langsamer vergeht als außerhalb seiner Ortsgrenzen. Viele der sehr alten Häuser stehen hier leer, oder warten auf neue Bewohner die sie wieder zum Leben erwecken. Aber genau das gibt dem ganzen einen gewissen Charme. Als wir durch den Ort hindurch waren, umgaben uns kurz darauf rechts und links schon die steilen Weinberge der „EISENHEIMER“ Winzer.

Nach kurzer Suche fanden wir einen einladenden Seitenweg mit einer schönen Parkfläche für unsere Smart Knutschkugel. Jetzt schnell noch den Fotoapparat und meinen Hund geschnappt und schon ging es zusammen mit meiner hübschen Sibylle los.

Der Weg führte uns hinauf in die Weinberge und je höher wir kamen, desto schöner wurde es hier. Die Fernsicht war dank eines kurz vorher nieder gegangenen Regenschauers hervorragend und so konnten wir diese wunderbare Aussicht, über die Wiesen und Felder in vollen Zügen genießen. Und als extra Bonus gab es obendrein noch frische, würzige Luft kostenlos dazu.

Die Farben der Natur und die Ruhe hier oben waren wirklich grandios. Es war so still und friedlich, dass wir sogar den Glockentönen einer fernen Kirche lauschen konnten, die ihr Stundensignal wiedergab. Dabei naschten wir hier und da natürlich auch einige der leckeren reifen Weintrauben. Aber wir gaben uns alle Mühe nichts zu kaputt zu machen oder zu beschädigen. Wir drehten die Beeren also vorsichtig ab und staunten jedes mal aufs neue über die unterschiedlichen Geschmacksrichtungen. Von süß über herb bis hin zu sauer, es war einfach alles dabei. Aber was mich besonders faszinierte waren die Farben der Landschaft und der Pflanzen hier oben. Ich habe schon lange nicht mehr so viele Grüntöne gesehen die sich langsam mischen und teilweise in blutrot übergehen um dann von gelb über ocker ins pastellfarbene zu verblassen. Es ist wirklich wunderbar dieses Wunder der Natur jedes Jahr aufs neue zu sehen und zu bestaunen.

Doch wir mussten auch feststellen, die Weinberge werden nicht nur von uns Menschen besucht. Urplötzlich schossen zwischen den Rebstock Reihen, 4 oder 5 große Rehe mit wahnwitzigen Tempo heraus und verschwanden Bergauf wieder genauso schnell zwischen den Rebstöcken, wie sie gekommen waren. Das ganze passierte wenige Meter vor uns und dauerte nur ein paar flüchtige Sekunden. Aber es verpasste uns einen gehörigen Schock. Denn als sie an uns vorbei hetzten, da konnten wir sogar die Erschütterungen ihrer Hufe unter unseren Füßen spüren. Ein wirklich seltenes und spannendes Erlebnis! Der einzige der in diesem Moment einen klaren Kopf behielt war unser Zwergpinscher „BANDIDO“. Er nutzte nämlich sofort die Möglichkeit, seine „Beute“ zu machen und setzte den Rehen oder Rehböcken mit großen Sätzen hinterher. Alles rufen und schreien half nichts! BANDIDO war in seinem Element und im Jagdfieber. Ich konnte noch für einen Moment in seinen Augen den Ausdruck lesen... „Endlich mal was anderes als Mäuse jagen“. Und schon war er weg! Erst als ich nach meiner Hunde Pfeife griff und hastig das Ultraschall Signal zum zurück kommen blies, da stoppte mein kleiner Held und kam zurück gerannt. Er erwartete natürlich auch seine Belohnung dafür und die bekam er gerne von mir. Das übliche Prozedere ist dann… „Prima!... Fein gemacht!... Guter Junge!… Mein Hase!“ Sowie Streicheleinheiten und ein Leckerli. Allerdings stand unser Bandido noch lange unter „Strom“ und wollte ständig eine neue Hatz starten, deswegen musste ich ihn zwangsläufig an die Hundeleine legen, bis seine ausgeschütteten 4 Botenstoffe des Glücks: Dopamin, Serotonin, Noradrenalin und Endorphin wieder im normal Level lagen.

Nach diesem aufregendem Zwischenfall schlugen wir den Weg zurück zu unserem Auto ein. Es wurde auch langsam kühl und der Hunger kündigte sich an. Ich schoss noch einige Bilder von diesen wunderbaren bunten Blättern an den Rebstöcken, die der Herbst für uns meisterhaft koloriert hat und dann beendeten wir unseren Ausflug mit einem zufriedenem Gefühl und einem Lächeln im Gesicht.

Wir wünschen euch noch eine schöne Woche… BANDIDO, SIBYLLE und DANIEL