TRETTSTEIN WASSERFALL,

heute führte uns unser Ausflug nach GRÄFENDORF im Landkreis MSP. Das MSP steht nicht wie einige vielleicht vermuten könnten für Mesopotamien oder Mespelbrunn, sondern für „MAIN SPESSART“

Wir hatten vor einiger Zeit einen Bericht im Bayrischen Fernsehen, über den TRETTSTEIN WASSERFALL gesehen und dieser Bericht war die Inspiration für unsere heutige „Expedition“. Er stand schon seit langem auf unserer Ausflugsliste, nur hatten leider immer andere Sachen Vorrang und so rutschte er langsam in Vergessenheit. Aber dieses Wochenende war es endlich soweit und unsere Vorfreude auf neue Abenteuer war riesengroß.

Wie immer bei unseren Ausflügen ging es zeitig los, damit uns der Tag auch ausreicht. Wir starteten also Punkt 09:00 Uhr mit unserem kleinen Smart, ins 60 Km entfernte GRÄFENDORF und wir waren sehr neugierig auf das was wir wohl alles neues sehen und erleben werden.

Also dann, ab auf die Autobahn bis zur Abfahrt Hammelburg und dann runter in die Provinz. Kurz nach dem Städtchen HAMMELBURG änderte sich auch schon die Landschaft. Es wirkte hier alles sehr natürlich und ursprünglich und ich fühlte mich um Jahre zurück versetzt. Je weiter wir aber in die „Wildnis“ hinein fuhren, desto aufregender wurde es für uns. Eine Ortschaft nannte sich OBERESCHERNBACH und in dieser bogen wir rechts ab und schwupps waren wir in einer anderen Welt. Es sah hier alles komplett anders aus als bei uns zuhause. Hier war einfach alles schön und wirkte auf uns wie Urlaub im ALLGÄU oder im BERCHTESGADENER Land.

Nunmehr folgte Hügel auf Hügel und Tal auf Tal. Die Straße wurde immer kurviger und schmaler und die Mittelstriche sowie die seitlichen Markierungen fehlten gänzlich. Ab und an fehlten sogar die Leitpfosten am Straßenrand. Hier standen noch hölzerne Strommasten an denen die Stromleitungen von Mast zu Mast über weiße Keramik Isolatoren gespannt waren. Wahnsinn, hier ist die Zeit stehen geblieben.

Ab der Ortschaft ROßMÜHLE, folgte die Straße dann immer der SAALE entlang. Einem schönen und still dahin fließendem Flüsschen. Unsere Blicke fanden immer neue Dinge die uns sehr gefielen, die Landschaft hier war wirklich einmalig. Schließlich erreichten wir, leider viel zu schnell, die Ortschaft „MICHELAU an der Saale“. Und hier wurden wir dann mit heiterem Wetter empfangen, der Nebel der uns die ganze Fahrt über begleitete, war hier von der Sonne vertrieben worden und wir wurden mit einem Blick auf und über die dunklen Spessart Wälder begrüßt. Jetzt hatten wir nur noch wenige Kilometer bis zu unserem Ziel und die Spannung wuchs weiter. Unser Zwergpinscher BANDIDO fühlte dieses ebenso und so stand er, wie ein Angeber mit den Pfoten auf dem Armaturenbrett und blickte wie ein Kapitän auf seinem Schiff nach vorne.

GRÄFENDORF:
Wir parkten gleich am Ortseingang, weil auch genau dort der Startpunkt für unsere Wanderung war. Ihr seht dort ein großes Schild mit der Aufschrift „BAUMHAUS HOTEL Seemühle“. Allerdings dürft ihr da nicht rein laufen sonst seit ihr auf der falschen Seite vom WEIZENBACH. Der richtige Wanderweg liegt ca. 20 Meter daneben. Ein unscheinbares Holzschild mit der Aufschrift TRETTSTEIN Wasserfall weißt euch dort den richtigen Weg.

Zu beginn der Tour läuft man über eine schöne Wiese, auf der ein Trampelpfad den Weg erahnen lässt. Wir hatten zur Sicherheit eine Wanderkarte aus dem Internet ausgedruckt und mitgenommen, nach dem Motto sicher ist sicher. (Merkt euch im Vorfeld schon mal… Dieser Wanderweg hat eine Beschilderung... Kleines blaues Schild mit der Nummer „10“). Unser kleiner Pinscher BANDIDO war sofort in seinem Element, er schaute sich kurz nach allen Seiten um und dann spurtete er los um alles zu erkunden. Aber ein Auge hatte er zur Sicherheit immer auf uns gerichtet, schließlich ist unser Hund ja nicht dumm und weiß genau das nur wir die Karte lesen können und wir die Richtung zeigen.

Nach einigen 100 Metern entlang es Weizenbaches kamen wir auch an dem Gelände des BAUMHAUS HOTELS und der SEEMÜHLE vorbei. Wir konnten einige Blicke auf diverse Baumhäuser und auf einen ausgebauten Zirkuswagen und dergleichen erhaschen. Sicher gab es dort noch mehr interessante Unterkünfte. Aber leider waren wir von dem Hotel Gelände durch einem Bach abgetrennt und so können wir leider nicht mehr darüber berichten. Ein großes Highlight war allerdings die Seemühle mit ihrem mächtigen Wasserrad. Bei jeder Umdrehung des großen schweren Rades, gab dieses polternde Geräusche von sich. Sie hörten sich so gleichmäßig an wie der Beat zu einem Rap Song. Am Anfang dachte ich wirklich, wer wohl hier seine Musik so lauf aufdreht.

Weiter ging es auf unserer Wanderung dann in Richtung Wald. Es wurde etwas dunkler und der Bewuchs nahm zu. Neben uns murmelte der Bach und überall wuchsen bunte Blumen und viele verschiedene Pilze säumten den Weg.

Ich beobachtete BANDIDO, wie er im Gras hüpfte und sprang wie ein Fuchs. Ich wusste bei diesem Anblick sofort… BANDIDO ist im Jagd Modus. Wir ließen ihn gewähren und schauten ihm dabei interessiert zu. Und da, nach einigen Sprüngen hatte er seine Beute auch schon im Maul. Mit einigen kurzen Schleuderbewegungen seines Kopfes war die Maus sofort tot. Kurz und schmerzlos durch Genickbruch. Nur die Maus war irgendwie ganz anders als die Mäuse die ich kenne. Sie sah so schön farbig aus, wie eine Maus aus der Zoohandlung. Vielleicht eine Rennmaus? Leider konnte die tote Maus es mir nicht mehr verraten, aber BANDIDO war dafür glücklich und stolz und jetzt etwa 20 cm größer als vorher. Jedenfalls stolzierte er wie ein Goggel mit seiner toten Maus im Mäulchen herum und sah aus wie ein „DOBERMÄNNCHEN“

Wir liefen weiter und mussten über einige Brücken und wunderschöne Waldwege entlang. Dabei wurden wir immer von dem Bach und seinen Seitenärmchen begleitet. Es ist wirklich wunderschön hier, man kommt sich zeitweise wie in einem Zauberwald vor. Und schließlich ging es langsam aber stetig immer bergauf. Ein kleiner Pfad schlängelte sich eifrig um Felsen und Steinen herum, die dicht mit weichem Moos bewachsen waren. Dabei kamen wir oft an Skulpturen vorbei, die irgend ein sehr talentierter Mensch in Bäume und Baumstümpfe geschnitzt hat. Wer weiß, vielleicht war es auch ein Waldarbeiter mit seiner Motorsäge? Jedenfalls sind diese Waldgeister sehr schön anzusehen und gar nicht so leicht zu entdecken. Meine Frau hat mich ein paar mal mit der Nase drauf stupsen müssen, sonst wäre ich an ihnen vorbei gelaufen.

Dann tauchte er vor uns auf! Der Wasserfall… kurz vor der Bergkuppe war ein leises grollen oder sagen wir mal plätschern zu hören und auf einer kleinen Lichtung standen Tische und Bänke bereit zur Rast. Wir waren am Ziel unserer Wanderung und es war schön hier. Wir erkundeten die nähere Umgebung und machten unsere Späße und kleinere Exkursionen in der „Klamm“. Danach ruhten wir uns bei mitgebrachter Brotzeit etwas aus und beobachteten unserem mutigen BANDIDO beim erschnüffeln von Wildspuren und hörten dem Wasserfall zu. Es war einfach erholsam und sehr schön hier.

Uns ist wärend unserer Wanderung keine Menschenseele begegnet und auch hier, direkt am Wasserfall waren wir ganz für uns und niemand in der Nähe der unsere Ruhe stören konnte. Einfach herrlich so alleine in der Natur. Wir genossen die Zeit und machten uns erst nach 30 Minuten auf den weiteren Weg, der nun langsam wieder aus dem Wald hinaus führte und uns in die weite einer wunderschönen ländlichen Landschaft entließ. Auch hier gab es vieles zu sehen und zu bestaunen. Zum einem der Ausblick über die Felder auf denen die Bauern jetzt noch eine Menge zu tun hatten. Und zum anderem, die vielen Blumen und Pflanzen die überall blühten oder reif zur Ernte waren. Es roch nach Erde und Kräutern und immer wieder kamen durch diese Gerüche viele Kindheitserinnerungen in unser Gedächtnis zurück. Wir fragten uns gegenseitig ob wie diesen oder jenen Geruch noch kannten. Ja, wir kannten sie alle und ich weiß erst jetzt wieder, wie gut Brennesel Felder duften können oder Kühe riechen oder welchen angenehmen Geruch doch umgepflügte Erde oder Wiesen verbreiten. Aber es gab noch viel mehr zu atmen, wie Holz das schon lange in der Sonne lagert oder Spitzwegerich der hier überall wuchs und noch vieles mehr. Da waren zum Beispiel Tiere, Insekten und Pflanzen zu sehen, die man nur noch aus Erinnerungen kannte. Oder alte Traktoren, Gebäude und Gemäuer. Wer kennt sie noch die Felsenkeller? Hier gab es sie noch nahe der Dörfer und wenn man dicht an ihren hölzernen Türen vorbei läuft, dann riecht es auch hier geheimnisvoll.

Der heutige Tag jedenfalls, zeigte uns wie schön es auch in der näheren Umgebung sein kann. Wir kamen uns für ein paar Stunden wieder vor wie weit weg im Urlaub. Dabei waren es doch nur einige Kilometer, aber mit dem Vorteil, man spricht unsere Sprache und wir konnten alle Schilder lesen. Das wichtigste allerdings ist… Abends hat man Zuhause wieder sein eigenes gewohntes Bettchen.

So Freunde, daß war es schon wieder, ich hoffe ihr hattet Kurzweil mit unserer Geschichte und vielleicht laufen wir ja mal zusammen ein paar Kilometer??

Tschüss von BANDIDO, SIBYLLE und MIR