Mini Feierabend Erlebnis am Stadtrand von Schweinfurt

Heute hatte ich schon mittags Feierabend, weil ich unbedingt meine Überstunden abbauen muss. Eigentlich prima, denn heute ist es trocken und nicht so kalt. Also eigentlich ein super Nachmittag zum spazieren gehen für mich und meinen Bandido.

Ich überlegte noch kurz wohin wir gehen könnten und dann packte ich die Kamera, die Leine und die Hundepfeife ein. Meinem Pinscher Bandido jetzt noch schnell seine seine Outdoor Army Tarnweste angelegt, denn somit waren wir im Partner Look unterwegs und genossen es die Blicke der anderen auf uns zu lenken. Denn natürlich hatte auch ich meine Army Tarnjacke angezogen.

Nach einer kurzen Fahrt mit unseren Smart, kamen wir auf den Parkplatz zwischen Dittelbrunn und Maibach an. Leider wurde unsere Freude auf die gemeinsame Tour, kaum das wir ausgestiegen schon wieder getrübt. Denn überall lagen Glassplitter herum, so das ich meinen kleinen Zwerg lieber auf meinen Armen über den Parkplatz trug. Irgendwelche Idioten hatten dort wieder Flaschen zerdeppert und sich wahrscheinlich sehr über die Splitter gefreut.

Mir tun jetzt schon die armen kleinen Hasen, Karnickel, Füchse und was sonst noch so Nachts auf einem Parkplatz unterwegs ist leid. Wenn diese da rein treten, dann gibt es niemanden der sie zum Tierarzt bringt und sich kümmert. Ich muss mir bei solchen Gemeinheiten immer vorstellen, dass diese Geschöpfe genauso leiden und genauso wie wir schmerzen empfinden.

In diesem Parkplatz zweigt ein schöner Flurbereinigungsweg ab und genau dort setzte ich meinen „Hasen“ wieder im Gras ab. Natürlich wurde das ganze Territorium von meinem Groß-Hasen sofort in Besitz genommen. Er markierte sehr ausgiebig und so ziemlich alles was nur irgendwie nach oben wuchs. Danach folgte eine kurze Lage Orientierung und kurzer Blickkontakt zu mir. „Groß Hase“ wollte wissen, wer jetzt im Moment das „sagen“ hat. Ich schaute ihn an und gab ihm zu verstehen, dass er kurzzeitig das „sagen“ hat. Und so wählte Bandido die Richtung und die Geschwindigkeit. Ich folgte ihm auf dem Fuße und ließ meinen kleinen all das machen was er wollte. Er schnüffelte überall herum, kaute Gras und hielt ausschau nach Beute. Bandido war sichtlich glücklich und in diesem Augenblick mein „Kleiner Held vom Erdbeerfeld“. Ich murmelte immer wieder mal… „nicht so schnell“ oder... „Warte mal“. All das klappte auch so gut wie immer zwischen uns beiden. Wenn Frauchen nicht dabei ist, dann ist das auch ein tolles Männerspiel.

Und so verging unsere Zeit wie im Fluge, was aber nicht schlimm ist, denn wir zwei „Army Specialists“ nutzen unsere Zeit voll aus. Ich, der Aufklärer und „Captain Dan“ machte viele Bilder und mein „First Lieutenant Bandido“ sicherte das Gelände für mich. Also ein nahezu perfektes Team.

Irgendwann wurde es meinem Lieutenant aber zu warm und er hechelte leicht, so das ich die Kleiderordnung änderte. Ich zog ihm seine Army Jacke aus und er tat sich nun beim Spuren lesen und dem Jagen nach Mäusen deutlich leichter. Ich bewundere immer wieder sein feines Gehör und seine empfindliche Nase. Ihm entgeht nahezu nichts was da im Gras oder in den Büschen umher wuselt. Vereinzelt trafen oder sahen wir in der Ferne auch andere Hunde und deren Besitzer beim Gassi Gang. Aber mein Kleiner Held genoss im Gegensatz zu den anderen die Freiheit der unsichtbaren Leine. Er durfte machen was er wollte, war aber immer sofort abrufbar und hörte auf jeden Befehl von mir.

Einmal, als uns ein hübsches junges Mädchen mit einem großen Rüden entgegen kam, ließ ich Bandido im Seitenstreifen einfach „Sitz“ machen. Und so warteten wir zwei bis die Dame mit ihrem Rüden an uns vorbei war. Auch der fremde Rüde war gut erzogen und ließ sich wunderbar von seinem Frauchen dirigieren. Da gab es kein Bellen und kein Knurren oder ziehen. Es sind genau diese Begegnungen die mir immer sehr viel Freude bereiten. Entspannte Tiere, zusammen mit ihren freundlichen Menschen. Die junge Schönheit machte allerdings keinerlei Anstalten auf ein näheres kennenlernen mit uns und so setzen wir unseren Marsch durch das Aufklärungsgebiet fort.

Hier zwischen den Wiesen, den Feldern und dem Brachland, da wechseln auch die Wege und ihr Belag ständig. Man hat immer die Wahl, einen festen Weg oder einem Feldweg. Auch gibt es asphaltierte, sowie Betonwege. Euer Hund muss nicht ständig auf Kies und Schotter laufen die ihm in die Ballen stechen. Eigentlich eine wirklich tolle Gassi Strecke genau vor den Toren Schweinfurts.

Nach ca. 1 Km kamen wir zu einem großen Funkturm mit einer hübschen Bank davor. Wir machten eine kurze Pause und ich erkundete das umliegende Gelände. Ach wie gerne wäre ich diesen Turm hinauf gestiegen um die Aussicht zu genießen. Es führte auch ein einfache Wartungsleiter an der Seite empor. Aber das Gelände um den Mast ist eingezäunt und mit dem Hinweis auf „Betreten Verboten“ verschlossen. So schoss ich nur ein paar Bilder und freute mich über eine kleine Vogeltränke, die mittig in der Bank eingelassen war.

Auf unseren weiteren Weg entdeckten wir noch viele „Dixie WC´s“ in den Bäumen. Sie gehören alle den Jägern der Gegend. Auf unseren Rundweg kamen wir ständig an diesen Mörder Häuschen vorbei. Bei ungefähr zwanzig, habe ich dann das zählen aufgehört. Bei einem dieser Jagdkanzeln fand ich sogar das abgeschnittene Teil eines Tieres. Es lag direkt auf den Sprossen zur Jagdkanzel und war wohl einmal das Schwänzchen eines kleinen Kaninchens oder eines Hasen. Ich kenne mich da nicht so gut aus, aber es war mehr wie nur Fell. Denn es hatte ein Innenleben in Form eines Knorpels oder Sehne. Und das Fell war fest angewachsen, also nicht nur ein loser Fellbüschel. Ich hob es auf und roch daran. Es verströmte einen leichten Wildgeruch. Schließlich steckte ich es in die Tasche meiner Army Jacke, denn ich hatte schon eine Idee im Kopf für seine weitere Verwendung.

Allmählich wurde es wieder kühler und Bandido hechelte auch nicht mehr, also zog ich ihm wieder seinen Überlebensanzug an. Dazu setzte ich ihn auf einen verrotteten Strohballen um es mir leichter zu machen, denn ich erwartete heftigste Gegenwehr. Aber zu meiner Verwunderung schlüpfte er klaglos hinein und lief damit auch ohne Probleme herum. Normalerweise gibt es immer erst einen Zwergenaufstand und er markiert einen schwerst Verletzten der unmöglich in so einer Zwangsjacke laufen kann.

Die Begebenheiten der Landschaft wechseln hier im Minuten Takt, von Feldern über Wiesen und von Brachland, bis hin zu viel Wald und deren Waldränder. Auf unserer Gassistrecke von ca. 5 Kilometern kam somit nie Langeweile auf. Wir sahen und hörten immer wieder neue spannende Dinge. Einmal vernahm ich ein ganz lautes klopfen aus dem Wald neben uns. Ich blieb stehen und suchte die Bäume nach dem Geräusch ab. Auch Bandido blieb stehen und grummelte leise vor sich hin. Nach einer Minute fand ich auch schon den Verursacher des Klopfgeräuschs. Es war ein Specht der die Äste abklopfte, um zu prüfen ob eine „Bohrung“ nach Nahrung hier wohl Sinn macht. Ein schönes Tier, welches mich so in Freude versetzte, dass ich vergessen habe ein Foto zu machen. Schade, aber später fanden wir noch einen Baumstumpf mit seinen „Bohrlöchern“. Allerdings nur ein kleiner Trost für mich.

Irgendwann auf dem Rückweg hörte ich leise Musik die langsam immer lauter wurde und eine Folge schöner hoher Töne war. Schließlich entdeckte ich die „Musikanten“. Es war eine Gruppe Zugvögel die langsam näher kamen. Ihren Lauten nach waren es wohl Kraniche. Es war sehr schön ihnen zuhören zu dürfen und mein „First Lieutenant“ Bandido machte mir auch sofort eine „Sicht Meldung“ in Form eines leisen Bellens.

Kurz vor erreichen unseres Startpunktes schauten wir noch Farmern zu, die ein gigantisches Gerät aufbauten und mit einem großen Tankwagen befüllten. Es war sehr interessant und ich überlegte was das wohl sein könnte. Dann setzten sich die riesigen Traktoren in Bewegung und zogen lange Schläuche die an Auslegern hingen und bis zum Boden reichten hinter sich her. Und nach kurzer Zeit wusste ich definitiv was die Farmer da trieben. Sie brachten nur hundert Meter neben uns hervorragende und stark duftende Gülle auf ihre Felder aus. Sie wurde über diese Schläuche direkt auf den Boden ausgebracht, was den Geruch wirklich deutlich verharmlost. Irgendwie fand ich es sogar ziemlich angenehm und Urlaubsstimmung kam auf.

Als die Landwirte fertig waren mit ihren ersten Tankwagen, da verließen sie ihr Feld wieder und bogen mit Highspeed in „unseren“ Feldweg ein. Und ihr könnt mir glauben, diese großen Schnellläufer der neuesten Generation sind wirklich schnell. Ich ließ Bandido sofort im Graben sitz machen und auch ich brachte mich dann selbst im Graben in Sicherheit. So konnten wir aus sicherer Deckung dem Ungetüm zusehen, wie es fauchend und staubend auf uns zu gestürmt kam. Doch oh, welch ein Wunder! Denn kaum als uns der wirklich sehr junge Pilot des Traktors sah, da nahm er auch schon das Tempo heraus um uns nicht zu gefährden. Ich hörte deutlich wie die Automatik heulend und hochtourig wie eine Turbine herunter schaltete und das Ungetüm schnell langsamer wurde. Und was soll ich jetzt sagen? Nun, ich glaube wieder an die Vernunft der Jugend.

An unseren Geländewagen angekommen, schauten wir noch einer Frau zu die mit ihren Benz Kombi neben uns stand. Sie war gerade dabei zwei große und schöne „Schnauzer“ durch die Heckklappe ins innere ihres Mercedes zu bugsieren. Aber bei meinem kastrierten Bandido ist aus irgend einem versteckten Bypass System, mächtig viel Testosteron eingespritzt worden. Denn er machte die beiden großen Hunde lautstark an. Er baute sich groß auf und stand dann quer vor den beiden, um dann los zu bellen und den Macho zu spielen. Natürlich unterband ich dieses sofort und ermahnte ihn heftig. Dann war Ruhe, aber ich war trotzdem sehr froh, dass die beiden Schnauzer und ihr Frauchen so Souverän und gelassen waren. Das war wieder einmal eindeutig ein klarer Fall von „Zwergpinscher Realitätsverlust“.

Zuhause angekommen gab es die dann meine Überraschung!
Ihr erinnert euch was ich noch in der Tasche habe? Genau, dass Kaninchen Schwänzchen. Als mein Bandido auf seinem Platz lag, seine Augen geschlossen hatte und zufrieden schmatzte, da kam meine Einsatz. Ich ging zu ihm hin und streichelte ihn sanft. Dabei legte ich den mitgebrachten „Hasen Pinsel“ unauffällig mit meiner anderen Hand unter seine Decke. Dann zog ich mich langsam zurück und wollte der Dinge harren die dann kommen würden. Allerdings schaffte ich es nicht mal mehr bis zum Sofa. Bandido sprang auf, spitzte die Ohren und schnüffelte mit hoch erhobenen Kopf. Doch er fand die Quelle des Duftes sofort und schon flogen die Fetzen. Er steckte seine Schnauze unter sein Stoff Körbchen, schmiss dieses mit einem Ruck seines hübschen Köpfchens beiseite und schnappte sich „seine“ Beute. Er spielte damit, dass es eine Freude war ihm zu zusehen. Binnen weniger Minuten hatte er den Schwanz zerlegt und das innere frei gelegt. Überall lagen Fell Fusseln herum und es flimmerte in der Luft. Der innere Rest des Pinsels sah aus wie ein Regenwurm, aber er muss einfach köstlich geschmeckt haben. Denn Bandido kam zu mir und schlief selig neben mir ein, während ich diese Geschichte für euch schreibe. Ich glaube das Hasen Pinselchen hat auch noch ein bisschen nach dem „Captain“ gerochen, der es für den „Lieutenant“ erlegt hat. Ich bin der festen Überzeugung, mein Bandido liebt mich jetzt noch ein bisschen mehr…

WOW, eigentlich wollte ich nur einen kleinen 10-20 Zeiler schreiben. Mist, jetzt ist es doch wieder etwas mehr geworden und wahrscheinlich auch voller Schreibfehler die ich auch nach der zehnten Korrektur nicht gefunden habe. Aber was kann man von einem LKW Fahrer auch anderes erwarten ?